Kyudo ist die traditionelle Form des japanischen Bogenschießens. Mehr bei wikipedia! In Detmold wird die Stilrichtung der Bogenschützen zu Fuß (Heki to ryu) in der seit über 5 Jahrhunderten überlieferten Technik vermittelt. Den in den 90er-Jahren verstorbenen Meister Genshiro Inagaki (-> youtube) hat der Detmolder Übungsleiter noch persönlich kennengelernt.
mehr: kyudodetmold.de.tl

Sport Bogenschießen und Bogensport
Heimatstadt Detmold
Teammitglieder 16
Peter

Immer wieder gefragt: Fuseru...
Das Fuseru (seitliches nach rechts Kippen des Bogens) kommt aus dem Kriegsschießen, bei dem nach oben durch mögliche Lösefehler ausbrechende Pfeile durch die Schrägstellung des Bogens verhindert werden sollten.
Zur in der rechten Zeichnung eingezeichneten gestrichete senkrechten Linie liegt hier ein Fuseru von nur etwa 5–6 Grad vor.
Von Inagaki gibt es Fotos, bei denen er ein noch deutlich stärkeres Fuseru zeigt. Weiterhin sind rechts die Punkte für den Daumen (Tsunomi), der auf die rechte Bogenkante drückt, sowie auf der linken Griffseite weiter unten der Punkt eingezeichnet, an dem mit Hilfe des kleinen Fingers ein Zug unten an der Hand (tenmonkin) hergestellt wird.
Wenn man diese diagonale Linie (Zug/Druck) nach rechts oben betrachtet, weicht sie hier in der Zeichnung um ca. 30 Grad von der Senkrechten ab, Das erklärt auch, warum sich nach dem Abschuss die linke Hand biomechanisch nach links unten bewegen „muss"!

Die linke Zeichnung zeigt von der Seite die beiden Punkt, an denen Daumen und kleiner Finger auf den Bogen(griff) wirken.
Zusätzlich ist ein „imaginärer Punkt" angedeutet, der etwa 20 cm oberhalb des Griffes etwa eine Handbreit rechts neben dem Bogen liegt.
Wenn man sich also beim Tsumeai (Verriegeln der Bewegung kurz vor dem Abschuss)/Kai vorstellt, in einem dreidimensionalen Raum diesen imaginären Punkt in Richtung Ziel zu drücken, verhindert man beim Lösen ein zu starkes Vorschwingen des unteren Wurfarmes, ein Ausbrechen des Pfeils nach oben und gibt dem Pfeil die optimale Energie in Verbindung mit dem korrekten Hineri (leicht gegen den Uhrzeigersinn verdrehte rechte Hand um die Daumenlängsachse) mit.
Kein Fuseru, kein Verdrehen des Griffes, kein Nach-vorne-Kippen im Griff des Bogens, kein Hineri widerspricht der trefferorientieren Heki-Schule - ist aber immer wieder zu sehen.
Und wichtig:
Die ANKF bevorzugt eine andere - eher ästhetische - Art, mit dem heute nicht mehr kriegstauglichen Gerät (Bogen, Pfeil, Handschuh...) umzugehen, die bewusst Elemente der alten Kriegstechnik Kyu„jutsu" ausblenden und die inneren Werte des „Do" betonen will.

Ich habe meine ersten Eindrücke von Herrn Inagaki Anfang der 1990er Jahre erhalten und versuche, seine vermittelte Technik der Heki to ryu in etwa zu bewahren.

Peter

Die Position des Zanshin zeigt, wie vorher gearbeitet worden ist - oder auch nicht. Da die verschiedenen Schulen hier bei der Arbeit der linken Hand Unterschiede machen, ist es nachzuvollziehen, dass sich das auf die Stellung der linken Hand im Zanshin auswirkt. Daher sollte man wissen, welchen Stil der Schütze demonstriert - und bei wem er gelernt hat. Ein Zurückführen der etwas tiefer gesunkenen linken Hand zur Position im Zanshin halte ich eher für ein Zugeständnis an die Ästhetik.

Peter

Bitte auch beachten, dass es sehr unterschiedliche linke Ellenbogen gibt. Die Winkelverhältnisse Unterarm/Oberarm können sehr verschieden sein!

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Kontaktperson: Peter K Übungsleiter, jp.kollotzek@web.de, 0177 4300053