Die Sehne soll umgesprungen sein... Wer seine Sehnenöhrchen genauestens dem Bogen anpasst (und anschließend mit Tapetenkleister behandelt), hat solche Probleme nicht!
Thomas Baer - Quelle: https://kyudo.de/fileadmin/documents/Materialien/Bogen_-_korrektes_Aufspannen_klein.pdf
daraus... (2019)
Zusammenfassend kann man sagen:
1. Von den drei bekannten Arten, einen Bogen aufzuspannen, ist im Anfängerunterricht ausschließlich Katateoshi an der Wand bzw. mit Helfer zu unterrichten.
2. Beim Aufspannen eines Bogens in Form des Katateoshi muss die linke Hand unterhalb des Bogengriffs fassen, sofern nicht die individuellen Probleme des Bogens anderes erfordern.
3. Die obere Bogenspitze soll von Anfängern mindestens in Höhe der eigenen Schultern fixiert werden. Höher ist besser, weil der Winkel zwischen linkem Arm und Bogenholz mehr zu 90° geht und damit der Kraftvektor, der in Richtung der oberen Bogenspitze wirkt (und die obere Klebefuge gefährdet), möglichst klein bleibt.
4. Die von Fortgeschrittenen praktizierten alternativen Aufspannmethoden am Boden sowie Morooshi sind ebenfalls korrekt, sollten aber von Anfängern nicht nachgeahmt werden. Trainer müssen darauf achten.
5. Das Aufziehen des Bogens unmittelbar nach dem Aufspannen der Sehne ist nicht gut.
6. Die Vermittlung des korrekten Aufspannens ist Traineraufgabe. Je mehr Lernende verstehen,warum die Regeln so sind, desto eher ist die Beachtung der Vorgaben zu erwarten.
Am 25./26. Januar wurde nach unserer Kyudovorführung anlässlich des Sommerfestes bei der DJG Bielefeld unsere Interetseite etwa 20 mal mehr als sonst aufgerufen. Auf unserer Info war ein QR-Code abgedruckt. Zwei Interessenten erschienen schon am Sonntag zum Training...
Vielen Dank an alle Helfer, besonders an Georg, der von Anfang bis Ende am Infostand im Saal vielen Besuchern Rede und Antwort stand und die Vorführung durch seine Schüsse auf das Makiwara sehr anschaulich gestaltete. Das Publikum war dann auch mucksmäuschenstill!
Vielen Dank nochmal für das einspringen.
Gute Besserung, Yannis! Vielen Dank für deine Hilfe beim Materialtransport!
Zur Bildquelle: 2004 hat Prof. Toshi Mori in Wentorf zum Thema Zielen (Nerai) ein Referat gehalten, das von Michael Haller (Shitsukan-Dojo) 2005 mit Zustimmung von Herrn Mori übersetzt und veröffentlicht worden ist.
Hier ist das oft angesprochene Beispiel zu sehen, bei dem sich der Kyudoka vorstellen soll, mit seiner linken Hand durch vier scheinbar um das Mato angeordnete Schwerter den korrekten (Ziel-)Weg zum Mato zu finden.
Es soll kurz vor dem Lösen (Hanare) in der vollständigen Streckung (Yagoro) nicht noch von rechts nach links oder oben nach unten korrigiert werden...
Unter Zunahme der kompletten Spannung bewegt sich die Ausrichtung des Pfeils also von rechts oben (ab beendetem Uchiokoshi) über Sanbunnoni über Tsumeai/Yagoro/Hanare nach links unten in die Handposition beim Zanshin: Eine Hendbreit tiefer und weiter links... Wenn das so gemacht wird, erkennt der Beobachter den korrekten Weg der linken Hand.
[Wenn man sich eine Lichtquelle im hohlen Pfeil in Nocknähe vorstellen - oder auch einmal testweise anfertigen könnte - würde sich dann bei dieser Bewegung eine leuchtende Linie von rechts oben bis zum Mato ergeben... ]
Daher wie immer mein Hinweis:
Die Position der Hände im Zanshin verrät, ob die Kräfte zuvor korrekt eingesetzt worden sind.
Jeder Kyudoka erkennt schon von sich aus, ob die Position des Zanshin „passt".
Der Übungsleiter sollte erkennen, wo sich ein Fehler eingeschlichen hat.
Wenn es bei mir nicht passt, stelle ich fest, dass vom Sanbunnoni bis hin zur Zanshin-Position sich die Druck-/Zugverhältnisse des Tenouchi von Tsunomi rechts oben und kleinem Finger links unten verändert haben. Ein Außenstehender könnte das an der unterschiedlichen Schräglage der Sehne nach dem Abschuss und im Zanshin erkennen...Achtung: Shomen erwartet eine senkrechte Sehne im Zanshin.
Das Problem haben allerdings viele Kyudoka! Daher stellt man bei Videos im Netz immer wieder fest, dass nach dem Abschuss bis zum Zanshin die linke Hand „Ausgleichsbewegungen" in der Höhe (seltener zur Seite) durchführt.
Methodischer Vorschlag zur Verdeutlichung (12.01.):
Ein Helfer wird benötigt, der einen Pfeil von der linken Seite in Höhe des Handgelenks des Schützen im Winkel von 45 Grad (s. Bild) so hält, dass der Schütze (mit dem Gummibogen) entlang dieses schräg gehaltenen Pfeilschaftes von rechts oben (Uchiokoshi) über die Position des Sanbunnoni zum vollen Auszug und dann nach dem Lösen hinaus bis zur Zanshinposition der linken Hand rutschen kann.
Der Schütze merkt schnell, wenn er nicht gleichmäßig schräg nach links unten weiterarbeitet, sondern nach rechts/links oder oben/unten ausweicht, weil die Bewegung eben noch nicht optimal ist.
Der durchgehend fühlbare Kontakt mit dem Pfeil ist eine sogenannte „taktile" Hilfe (Hilfestellung durch Berührung), die eine sofortige Rückmeldung beim Kyudoka vermittelt.
Warum denn aber diagonal schräg ins Ziel und nicht im Zick-Zack-Verfahren?
Die Muskeln sollen kontinuierlich weiter angespannt werden.
Lässt man in irgendeiner Weise in Bereichen eines sich kontrahierenden Muskels nach (oder kommt zum Stillstand), wird anatomisch die Zusammenarbeit der Muskelfasern untereinander verändert und muss wieder neu im Muskel erarbeitet werden.
Vereinfacht also: Auf Dauer Kraft sparen durch eine korrekte Muskelkoordination.
Wir müssen auch im Hinterkopf behalten, dass die Bogenschützen vor 500 Jahren ihre Pfeile mit deutlich stärkeren Bögen geschossen haben - und das in deutlich kürzerem Zeitablauf vom Uchiokoshi bis zum Zanshin.
Warum dann also noch „Umwege" über „unnötige" Bewegungen vornehmen? Der gerade Weg ist der kürzeste und hier auch der schnellste.
Bei Shomen-Schützen ist erkennbar, dass sie in ihrem Weg zum Abschuss oft eher von oben nach unten gehen. Das führt dann beim Abschuss auch zu der zu beobachtenden beibehaltenen senkrechten Stellung des Bogens im Zanshin - ohne seitliche Kippung (fuseru).
Herr Kurosu (黒 - „Schwarz") hat auf seiner Seite schon vor Jahren ein Bild veröffentlicht, das sich mit dem korrekten Zielen beschäftigt.
Oben sind die von jeweils drei Augenpaaren (gegen den Uhrzeigersinn - rot, blau, grün) die Linien zum Ziel (Mato) eingezeichnet.
Dabei ist erkennbar, dass - je nach Kopfdrehung - das Mato voll, nur zum Teil, oder gar nicht zu sehen ist. Wenige Zentimeter mehr oder weniger seitlicher Kopfdrehung - schon erscheint das Mato völlig anders in Bezug auf den Bereich der To-Wicklung über dem Griffstück.
Die Zeichungen unten zeigen (von links nach rechts) den Blick auf das Mato (grüne Sichtlinien, blaue Sichtlinien, rote Sichtlinien). Die Wahl der Farben macht deutlich, dass der Kopf möglichst so weit gedreht werden sollte, dass beide Augen das Ziel erkennen können (grüne Linien).
Dabei sollte der Kopf jedoch nicht gekippt werden, weil sonst das Mato in verschiedener Höhe in Bezug zur Wicklung abgebildet wird.
Individuelle Beweglichkeit der Halswirbelsäule kann hier zu Einschränkungen führen. Der Trainer/Übungsleiter ist hier gefordert, für seinen Kyudoka die jeweils beste Kopfhaltung zu finden.
Für die Einrichtung in der Höhe, um bei korrektem Abschuss auch das Mato zu treffen, muss man sich an eine bestimmte Höhenposition des Matos (rechte Zeichnung) gewöhnen. Diese hier hinter der Wicklung erscheinende Position des Matos ist von der Schussentfernung, der Bogenstärke und der korrekten Hozuke-Position (Wangenkontakt des Pfeils) abhängig.
Je nach Art des gewählten Pfeiles (leicht/schwer, dünn/dick - besonders bei Alupfeilen) liegt der Treffbereich anders und muss für jede Pfeilart erarbeitet werden. Dabei ist die Hilfe eines über den Pfeils sehenden Mitkyudoka sinnvoll.
Auch kann ggf. das gegenseitige Tauschen von Pfeilen zu einem Lernerfolg führen: Andere Pfeile fliegen anders, treffen anders...
Ich muss also über die Jahre ein Gespür entwickeln, welches Material (Pfeillänge, Gewicht) zu meinem Bogen (Zuggewicht) und Schießstil (starker, schwächerer Abschuss) passt.
Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass erst bei den Prüfungen ab 3. Dan getroffen werden muss...
Diese Graduierung ist in Japan auch schon nach 2 Jahren (600 Trainingstermine unter fachlicher Anleitung) zu erreichen - bei täglichem Training. Statistisch ist dann etwa jeder dritte Bewerber bei seiner Prüfung erfolgreich.
Gedacht zur schnellen Information... Jeweils auf einer Seite wird ein Einzelthema dargestellt... sonst im Handbuch auf fast 200 Seiten verteilt...
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