4 Stunden Cup de France... Kyudo aus Frankreich:
https://www.youtube.com/watch?v=fRZ0iSQnhRA&t=32s
Jeder der über 100 Teilnehmer schoss in der 3er-Wettkampfform 3 x 4 Pfeile.
Am Ende wurde um den zweiten und dritten Platz gestochen. Das Verfahren ist sehenswert.
Den ersten Platz belegte eine Kyudoka (Elsa Ducurtil, Nummer 91), die schon im vergangenen Jahr Einzelmeisterin geworden ist und die französische Mannschaft bei der WM in Nagoya 2024 unterstützt hat. Gratulation!
Am Ende - so scheint es mir - wurde 10 Kyudoka die Urkunde zur bestandene Video-Prüfung überreicht...
Hanshi bei einer Wettkampfveranstaltung.
Diese höchstgraduierten Kyudoka - meist deutlich über 60 Jahre alt - zeigen vom Betreten des Dojo bis zum Verlassen eine deutliche Präsenz... auch wenn die Treffer bei vielen ausbleiben.
Bewegungsform beim Wetkampf - schneller als bei Prüfungen.
https://youtu.be/QobWtvse_8E?si=GHjOGk3TUpnBpzhn
(Namen??)
Fortsetzung:
https://youtu.be/O8Mej8vDOeY?si=ffrL9dZL_tD4imVS
Dem letzten Schützen der 2. Gruppe mit
Katsuyuki Ishii Hanshi (Chiba)
Masahiro Iijima Hanshi (Tokio)
Shoichiro Nakatsuka Hanshi (Tokio)
Takeo Ishikawa Hanshi (Tokio)
sieht man seine Probleme beim Knien an.
1. Gruppe:
Toshikazu Yoda (Kanagawa)
Masaaki Tosa (Chiba)
Heiji Murakawa (Tokio)
Shinya Hashimoto (Ibaraki)
Shiro Kubota (Tokio)
Kyudo-Mythos: Treffen ist nicht so wichtig…
Jeder Bogenschütze muss mit seinem Pfeil das Ziel treffen, sonst hat er etwas falsch gemacht.
Meiner Meinung nach vermitteln einige Kyudo-Lehrer mit einem „aufgesetzten meditativen“ Hintergrund ein völlig falsches Bild, wenn sie meinen, dass es nicht so wichtig sei, das Ziel zu treffen.
Sicherlich ist die mentale Einstellung des Schützen wichtig. Aber:
Wer schießt einen Pfeil ab, ohne nicht auch treffen zu wollen?
Es mag Trainingsphasen geben, in denen man als Kyudoka auf die Technik und die genaue Bewegungsausführung mehr achten muss als auf das Ergebnis.
Da ist so lange in Ordnung, wie man seine Technik – im Hinblick auf das korrekte Treffen – optimieren will.
Dafür sind die Übungen am Makiwara da!
Ein korrekter Schuss wird das Mato immer treffen!
Dazu gehört eine fachkundige Anleitung, die auch darauf hinweist, dass der gerade erfolgte Treffer nicht automatisch auf einen korrekten Schuss zurückzuführen ist...
Oder ganz brutal ausgedrückt:
Ein Kyudoka, der mit schlechter Technik trifft, belügt sich selbst...
Das wird mir nach 25 Jahren leider auch immer wieder bei „Zufallstreffern" bewusst.
Das Schießen über lange Entfernung auf der Verandes des Sanjusangendo-Tempels wird hier demonstriert.
Der populäre Name Sanjūsangendō bezieht sich auf die 33 Nischen der Halle. Die Zahl 33 verkörpert dabei auch die 33 Formen, die Kannon annehmen kann.
Da der Bogen im Regelfall nicht umschlagen sollte, wurde der Unterarm gegen die Berührung mit der Sehne geschützt.
Bei dem alten Wettbewerb eines Einzelschützen über 24 Stunden wurde zur Edozeit mit besonderen Pfeilen geschossen, damit der entfernte Trefferbereich am Ende der in etwa 5 Meter befindlichen Überdachung überhaupt erreicht werden konnte. Diese Pfeile hatten eine andere Gewichtsverteilung und „segelten" fast bis ins Ziel. Die enormen Kosten für das Pfeilmaterial mussten vom Bewerber aufgebracht werden. Kurze Schießpausen dienten auch dem Zurückbringen der nutzbaren Pfeile. Noch heute sind Reste der Pfeile in den Deckenbalken zu sehen.
Ein Wettstreit zwischen zwei Bewerbern - verbunden mit einer Liebesgeschichte - ist im Film von 1945 - Sanjûsangen-dô, tôshiya monogatari (三十三間堂・通し矢物語 -> Erzählung vom Tampelschießen am Sanjusangendo) - hier in voller Länge mit englischen Untertiteln zu sehen:
https://youtu.be/xVCf6e8M3nA?si=rOKGYvZgqbGUCZgG
Vielleicht etwas für die längeren dunklen Abende...
Wikipedia weiß: Der Tempel ist aus der Geschichte berühmt für seine als Tōshiya (通し矢, wörtl. „Pfeile, die das Ziel treffen“) bekannten Wettkämpfe im Bogenschießen mit dem japanischen Langbogen. Diese fanden jährlich im Mai auf der 2,5 m breiten, nur 5,5 m hohen und 120 m langen Westveranda auf der Rückseite des Tempels statt. Die Schützen schossen dabei vom Südende der Veranda auf ein an der Nordseite als Ziel angebrachtes Tuch, hier befand sich auch das Kampfgericht, das die gültigen Treffer anzeigte.
Es waren Wettkämpfe über 100 Pfeile oder 1.000 Pfeile sowie Wettkämpfe über die halbe Distanz und die volle Länge der Veranda (118 m Schussdistanz) üblich. Bei Letzteren musste ein einzelner Schütze innerhalb 24 Stunden so viele Pfeile wie möglich ins Ziel bringen. Dieser Wettkampf dauerte von 6 Uhr abends eines Tages bis zum Abend des nächsten Tages. Bei Nacht wurde die Veranda von mehreren Feuern vor dem Tempel erleuchtet, die von Feuerwehrleuten bewacht wurden. Alle 500 Treffer machte der Schütze eine kurze Pause und wurde durch Anfeuerungsrufe der Zuschauer belohnt.
Wenn man das Mato trifft, zeigt das lediglich, dass man wiederholt die gleiche Bewegung ausgeführt hat.
Mir wird das bei jedem Training bewusst, wenn ich versuche, das Mato auch mit der technisch maximalen Kraft des Bogens im Sinne der Heki-Schule (Kan-Chu-Kyu) zu treffen - und nicht nur Kyudo light (ästhetisch schön) zu demonstrieren.
Doch da muss auch die Schießtechnik (Yazuka -> Auszugslänge, leichte Gegendrehung der rechten Hand -> Hineri, leichte Kippung des Bogens nach rechts -> Fuseru, Zielen -> Nerai) immer gleich und technisch richtig gelingen.
Dabei lässt sich die Bewegung mit dem Bau eines Hauses vergleichen, der mit der festen Verbindung zum Boden (Ashibumi) beginnt und sich schrittweise bis zum Dachfirst (Daisan) fortsetzt. Wird irgendwo bis dahin schon fahrlässig gearbeitet, bleibt eine Schwachstelle, die sich dann bei der höchsten Belastung zeigt - im Kyudo im Augenblick des Lösens (Hanare).
Wenn auch noch die verbleibende Haltung (Zanshin) identisch ist, sieht auch der Zuschauer, dass der Schuss gelungen ist. Ein Treffer ist dann folgerichtig. Der Zuschauer muss gar nicht mehr auf das Mato sehen...
Umgekehrte Rückmeldung für mich:
Wenn ich trotz der Anstrengungen doch nicht treffe, habe ich einen gravierenden Fehler gemacht.
Daher ist heute jede einzelne Bewegung der acht Stufen (hassetsu) ganz bewusst nahezu meditativ im Hier und Jetzt durchzuführen - und keine Zeit für irgendeine Ablenkung...
Das Denken muss frei sein von allen störenden Einflüssen... Mushin/Musen muso
Ein Bogenschütze, der im Kampf an die Möglicheit denkt, sein Leben zu verlieren, hätte vermutlich schon verloren...
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